Beckenbodenschwäche

Konservative Senkungs-/Inkontinenz-Therapie

Die wichtigsten klinischen Symptome bei Erkrankungen des Beckenbodens sind die Schließmuskelschwäche (Inkontinenz) und die Stuhlentleerungsstörung (Obstipation). Dabei handelt es sich jedoch um Ursachen oder auch Folgen verschiedener Funktionsstörungen der einzelnen Strukturen des Beckenbodens, die sowohl einzeln als auch gemeinsam auftreten können. Vor einer Behandlung muss immer eine spezielle Diagnostik erfolgen. Natürlich müssen vorher andere behandlungsbedürftige Ursachen der Beschwerden wie ein Hämorrhoidalleiden, Schleimhauteinrisse des Enddarmes (Fissur) sowie ein Fistelleiden ausgeschlossen oder behandelt werden. Darmerkrankungen wie Polypen, Tumoren und Entzündungen (M. Crohn, Colitis ulcerosa) können ähnliche Probleme hervorrufen und müssen natürlich vorrangig therapiert werden.

Mit zunehmenden Alter kommt es durch die Senkung der Bauch- und Beckenorgane zur Veränderung dieses Gleichgewichtes. Es entsteht eine Beckenbodensenkung, die besonders bei Frauen häufig stark ausgeprägt ist. Einen negativen Einfluss haben häufige Schwangerschaften und sogenannte „schwere Geburten“. Häufig hat bei Patientinnen, mit einer Beckenbodensenkung eine Entfernung der Gebärmutter stattgefunden. In einigen Fällen kann es jedoch auch schon bei jüngeren Patienten zu einer Beckenbodensenkung kommen.

Nur bei sehr wenigen Patienten ist eine operative Behandlung erforderlich. Bei den meisten Patienten ist auch auf anderem Wege eine Beschwerdeminderung zu erzielen. In der Regel wird sich deshalb an die Diagnostik immer zunächst ein konservativer Therapieversuch anschließen. Eine effektive Therapie erfordert von dem Patienten sehr viel Motivation, Mitarbeit und Geduld. Eine Erkrankung, die oft über Jahre langsam entstanden ist, lässt sich nicht kurzfristig beheben.

Beim Vorliegen einer Beckenbodensenkung, die eine häufige Ursache von Beschwerden und Inkontinenzproblemen ist, sollte zunächst eine Kräftigung der Beckenbodenmuskeln und des Schließmuskels durch eine spezielle Gymnastik erfolgen. Diese findet zunächst unter Anleitung eines Physiotherapeuten statt. Die Übungen sollten jedoch später auch regelmäßig zu Hause fortgesetzt werden.

Die nächste Stufe stellt die Anwendung von Schwellstrom zur Kräftigung der Haltestrukturen des Beckenbodens dar. Ein entsprechendes Gerät kann von der Krankenkasse leihweise zur Verfügung gestellt werden. Als weitere Maßnahme kann durch ein gezieltes Übungstraining mit Hilfe eines Biofeedbackgerätes eine Besserung erzielt werden. In den meisten Fällen ist durch diese Maßnahmen eine deutliche Besserung oder sogar Heilung der Beschwerden möglich.