Parvovirus B19 Infektion / Ringelröteln (Erythema infectiosum)


Die Ringelröteln zählen zu den typischen Kinderkrankheiten und werden durch ein DNA-Virus (Parvovirus B19 oder Erythrovirus B19) verursacht. Die Erkrankung wird gehäuft in den Winter- und Frühjahrsmonaten beobachtet und tritt vor allem bei Kindern im Alter zwischen 4 und 10 Jahren auf. Daher ist regelmäßiger und intensiver Umgang mit Kindern in diesem Alter der größte Risikofaktor für empfängliche Schwangere an Ringelröteln zu erkranken. In der Schwangerschaft verlaufen 30-50% der Infektionen ohne typische Symptome. In diesen Fällen kann die Infektion nur durch eine Laboruntersuchung erkannt werden.


Etwa 60-70% der Schwangeren haben die Infektion bereits zu einem früheren Zeitpunkt durchgemacht, sind also vor einer Primärinfektion in der Schwangerschaft geschützt. Bei nicht geschützten Schwangeren besteht vor allem bei Infektionen zwischen der 9. und 20. SSW ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung des werdenden Kindes (Blutarmut und Wassersucht). Wird die Blutarmut rechtzeitig erkannt, so besteht eine Möglichkeit zur Behandlung (intrauterine Bluttransfusionen) des Feten im Mutterleib. Bislang geht man davon aus, dass eine Infektion des Feten nicht zu Mißbildungen führt. Es besteht daher keine Indikation (Grund) zum Schwangerschaftsabbruch.


Da das Ansteckungsrisiko vor Beginn des Exanthems (Hautausschlag) am höchsten ist und im Erwachsenenalter die Infektion häufig auch ohne typische Symptome verläuft, kann man sich vor einer Infektion meist nicht erfolgreich schützen. Daher kann es sinnvoll sein den Immunstatus bei erhöhtem Expositionsrisiko vor oder zu Beginn der Schwangerschaft zu bestimmen (vor der Schwangerschaft: B19 IgG, in der Schwangerschaft B19 IgG und IgM Antikörper).